Die sogenannte Abnehmspritze wird seit einigen Jahren öffentlich diskutiert wie kaum ein anderes medizinisches Thema. Was viele nicht wissen: Bei den dahinterstehenden Wirkstoffen handelt es sich nicht um eine neue Erfindung. Medizinisch werden sie als GLP-1-Rezeptoragonisten bezeichnet. In Europa wird diese Wirkstoffgruppe bereits seit 2006 zur Behandlung des Typ-2-Diabetes eingesetzt. In der diabetologischen Versorgung gehört sie seit fast zwei Jahrzehnten zum etablierten Therapiestandard. Neu ist also nicht das Medikament, sondern seine breite Anwendung außerhalb der Diabetestherapie.
In diesem Artikel beschreibe ich aus ernährungstherapeutischer Sicht, warum eine fachliche Begleitung während einer solchen Behandlung sinnvoll ist und worauf es dabei ankommt. Der Beitrag richtet sich an Menschen, die eine Therapie planen oder bereits begonnen haben. Über die medikamentöse Behandlung selbst entscheidet ausschließlich der behandelnde Arzt.
Was passiert im Körper unter der Abnehmspritze?
Die Wirkstoffe ahmen ein körpereigenes Darmhormon nach, das nach dem Essen freigesetzt wird. Sie verzögern die Magenentleerung, beeinflussen die Insulinausschüttung
und vermitteln im Gehirn ein früheres Sättigungsgefühl. Die Folge: Der Appetit lässt deutlich nach, die Nahrungsmenge sinkt, und damit auch das Körpergewicht.
So weit, so gewollt. Aus ernährungstherapeutischer Sicht ist mit dieser Wirkung allerdings eine Frage verbunden, die in der öffentlichen Diskussion zu kurz kommt: Wenn jemand über Wochen und Monate sehr wenig isst, woher kommen dann die Nährstoffe, die der Körper trotzdem benötigt? Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe lassen sich nicht beliebig reduzieren, ohne dass es Konsequenzen hat. Besonders die Eiweißversorgung wird unter einer Therapie mit der Abnehmspritze schnell zum kritischen Punkt.
Warum die Waage nur einen Teil der Wahrheit zeigt
Wenn eine Patientin nach einigen Monaten zehn Kilogramm weniger wiegt, klingt das nach einem Erfolg. Aus fachlicher Sicht stellt sich die entscheidende Frage erst danach: Woraus bestand dieses verlorene Gewicht? Fett? Wasser? Oder auch Muskelmasse?
Die Antwort liefert die Bioimpedanzanalyse, kurz BIA. Diese nicht invasive Messung erfasst die Körperzusammensetzung in ihren einzelnen Anteilen und macht sichtbar, wie sich Fettmasse, Muskelmasse und Körperwasser im Therapieverlauf verändern. In meiner Praxis gehört die BIA zur Standardausstattung der Beratung. Wiederholte Messungen ermöglichen eine objektive Einschätzung und eine individuelle Anpassung der ernährungstherapeutischen Empfehlungen.
Der Erhalt der Muskulatur ist dabei keine Frage von Optik oder Sportlichkeit. Muskelgewebe ist der wichtigste Verbraucher von Energie im Ruhezustand. Wer Muskelmasse verliert, verringert seinen Grundumsatz. Das macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn die medikamentöse Therapie irgendwann reduziert oder beendet wird. Genau dann braucht der Körper einen funktionierenden Stoffwechsel, um das erreichte Gewicht halten zu können.
Eiweiß, Mahlzeitenstruktur, Verträglichkeit
Eine ernährungstherapeutische Begleitung setzt an mehreren Stellen gleichzeitig an. Im Vordergrund steht meist die Eiweißzufuhr. In den Beratungen erlebe ich häufig, dass die tatsächliche tägliche Proteinmenge weit unter dem liegt, was der Körper unter den veränderten Bedingungen braucht. Wenn der Appetit fehlt, wird das Frühstück oft ausgelassen, mittags kommt eine kleine Mahlzeit, abends ebenfalls wenig. Über den Tag verteilt kommen so kaum mehr als dreißig oder vierzig Gramm Eiweiß zusammen, je nach Körpergewicht ist deutlich mehr nötig.
Gemeinsam strukturieren wir die Mahlzeiten so, dass die richtige Menge realistisch erreichbar ist, auch bei wenig Hunger. Wir besprechen, welche eiweißreichen Lebensmittel sich gut verteilen lassen, welche Speisen unter der Therapie häufig schlechter vertragen werden und wie sich Übelkeit oder Völlegefühl ernährungstherapeutisch abfedern lassen. Auch Themen wie Flüssigkeitsversorgung, Ballaststoffe und der Umgang mit Heißhungerphasen gehören dazu.
Was bedeutet das für die Zeit nach der Therapie?
Die Behandlung mit der Abnehmspritze ist in den meisten Fällen zeitlich befristet. Wann und wie sie endet, entscheidet der behandelnde Arzt.
Aus ernährungstherapeutischer Sicht beginnt mit dem Therapieende keine neue Phase, sondern es zeigt sich, was während der Therapie aufgebaut wurde. Wer in der Zeit unter Medikation gelernt hat,
regelmäßig zu essen, Eiweißbedarf zu decken und auf die eigenen Körpersignale zu achten, hat eine gute Ausgangsbasis.
Wer die Therapie ausschließlich als medikamentöses Werkzeug verstanden hat, ohne die Ernährung anzupassen, sieht sich nach dem Absetzen häufig mit den alten Mustern konfrontiert.
Die Ernährungstherapie ist deshalb keine Zusatzleistung am Rande. Sie ist der Teil der Behandlung, der über das langfristige Ergebnis mitentscheidet.
Ernährungsberatung in Frankfurt-Oberrad, in der Nähe von Sachsenhausen
Die Praxis GeniEssen liegt in Frankfurt-Oberrad, direkt an der Grenze zu Sachsenhausen, und ist aus dem Frankfurter Süden, Offenbach und der Innenstadt gut erreichbar. Bei entsprechender ärztlicher Indikation übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen mit Notwendigkeitsbescheinigung Kosten anteilig nach § 43 SGB V. Bei der Antragstellung unterstütze ich Sie.
Häufige Fragen
Kann ich die Beratung in Anspruch nehmen, wenn mein Arzt die Therapie verordnet hat, aber kein Diabetes vorliegt?
Ja. Bei einer ärztlich attestierten Adipositas mit entsprechender Indikation übernehmen die Krankenkassen anteilig Kosten nach § 43 SGB V. Den Antrag stelle ich gemeinsam mit Ihnen. Hier finden Sie mehr Informationen.
Wie häufig sollte eine BIA-Messung erfolgen?
In der Regel zu Therapiebeginn, danach in Abständen von etwa acht bis zwölf Wochen. Bei stärkeren Gewichtsverläufen kürzere Intervalle. Wir legen den Rhythmus individuell fest.
Was kostet eine Beratung, wenn die Kasse nicht übernimmt?
Die Erstberatung kostet 120 Euro, jede Folgeberatung 69 Euro. Auch eine teilweise Selbstzahlung ist möglich, wenn der Kassenzuschuss nicht alle Sitzungen abdeckt.
Mehr Infos finden Sie auf meiner Seite Indikation & Preise
Muss ich vor der Beratung etwas vorbereiten?
Bringen Sie Ihre aktuellen Laborwerte mit, ebenfalls Informationen zur Dosierung Ihres Medikaments und idealerweise ein paar Notizen zu Ihren typischen Mahlzeiten. Das reicht für den
Einstieg.
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GeniEssen, Praxis für Ernährungsberatung Jessica Prell
Diätassistentin und Diabetesberaterin DDG
Hansenweg 3A, 60599 Frankfurt-Oberrad
Telefon: 015739260129
E-Mail: [email protected]
Ich melde mich nach Ihrer Anfrage zeitnah zurück und vereinbare mit Ihnen einen Termin, der in Ihren Alltag passt.
